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Neue Wettbewerbe im kleinen Kreis

Seit zwei Jahren prämiert die Confrérie Saint-Cunibert in einem eigenen Wettbewerb, dem Rivaner Uncorked, die besten Rivaner des Landes. In diesem Jahr haben die Lucilivines, eine Vereinigung von Weinliebhaberinnen, erstmals ihren Lieblingsrosé aus Luxemburg ausgezeichnet. Ein echter Trend.

 

Vinalies de Paris, Berliner Wine Trophy, Concours général agricole, Decanter, Meininger … die großen Wettbewerbe sind alle Schwergewichte, bei denen Hunderte Verkoster (meist Fachleute) Tausende Weine aus allen Herren Länder prüfen.

Diese Internationalität bei der Medaillenvergabe hat Gutes und Schlechtes. Zunächst leistet sie Vorarbeit für die Verbraucher, die sich angesichts der Unermesslichkeit des Angebots verständlicherweise verloren fühlen können. Aber nicht alle Wettbewerbe sind gleich: Manche vergeben Preise schaufelweise und erwirtschaften auf diese Weise große Gewinne, da die Produzenten immer für die Aufkleber für ihre prämierten Flaschen bezahlen.

Ausgehend vom Prinzip „Was man selbst macht, macht man besser“, wurden vor kurzem zwei neue, 100 % luxemburgische Wettbewerbe ins Leben gerufen. Der erste – chronologisch gesehen – ist der Rivaner Uncorked. Er wurde letztes Jahr von der Confrérie Saint-Cunibert gestartet, mit dem Ziel, das Image des Rivaners aufzupolieren, einer Rebsorte, deren Ruf zu Unrecht etwas gelitten hat.

„Rivaner ist für Luxemburg wichtig, denn – obwohl viele Winzer ihre Rivaner-Reben herausreißen –, bleibt er mit Abstand die am meisten gepflanzte Rebsorte“, erklärt André Mehlen, Weinkontrolleur am Remicher Weinbauinstitut und Erster Vizepräsident der Bruderschaft (mit dem Titel „Grand Drossart“). Er wird zwar viel weniger geschätzt als Riesling oder Pinot gris, bringt aber dennoch interessante Weine hervor. „Natürlich hat er nicht die Kraft und Tiefe edlerer Rebsorten, aber bei guter Verarbeitung bietet er sehr schöne Aromen. Der Rivaner ist der Genusswein schlechthin. Perfekt, um auf der Terrasse oder bei einer Meeresfrüchteplatte getrunken zu werden“, so seine Empfehlung.

Wir sagten uns, dass die luxemburgischen zwar viel weniger bekannt, aber dennoch sehr gut sind

In diesem Sommer waren es die Lucilivines, die es anpackten. Im Rahmen der Veranstaltung, die nach dem gleichen Prinzip einer Blindverkostung unter ihren Mitgliedern im Remicher Weininstitut stattfand, prämierte die Vereinigung den ihrer Meinung nach besten luxemburgischen Rosé. „Wir haben einen Aufruf an die Winzer gerichtet und es wurden 18 Weine eingereicht“, unterstreicht Tess Burton, Vorsitzende der Vereinigung sowie Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses Landwirtschaft und Weinbau im Parlament.

„Anfang des Jahres machten wir eine Studienreise in die Provence, wo wir viele Rosés probierten“, so Tess Burton weiter. „Wir sagten uns, dass die luxemburgischen zwar viel weniger bekannt, aber dennoch sehr gut sind: So entstand die Idee für den Wettbewerb. Und schließlich ist es nur logisch, dass Frauen den besten Rosé auswählen, eine Rebsorte, die viele gerne mögen!“

Der Ansatz – sowohl bei der Confrérie Saint-Cunibert als auch bei den Lucilivines – ist demnach ein ganz anderer als bei den großen internationalen Wettbewerben: Hier urteilen Laien. Es ist demnach nicht die Technik, die im Vordergrund steht, sondern das Vergnügen, einen schönen Wein zu trinken. Und es geht nicht ums Geld, denn das einzige Ziel dieser beiden Wettbewerbe ist, luxemburgische Weine zu fördern, und nicht, hohe Gewinne zu erzielen. Was ein großer Unterschied ist!

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