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„Crémant ist unsere Priorität“

Vinsmoselle-Präsident Josy Gloden hatte nach seiner Rückkehr vom Concours national des Crémants de France et de Luxembourg in Die, der Heimat der Clairette-Reben, am Fuße der Alpen, allen Grund zur Freude. Die Poll-Fabaire-Crémants gewannen acht Goldmedaillen.

Die luxemburgischen Crémants wurden beim Nationalen Wettbewerb für Crémants aus Frankreich und Luxemburg in Die mit 27 Medaillen – darunter 21 x Gold – ausgezeichnet. Allein die Genossenschaft gewann 8 x Gold: Demnach Mission erfüllt?

Josy Gloden: Ja, kann man so sagen! Ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Und umso interessanter, als wir jeden Tag feststellen konnten, dass sich luxemburgische Crémants in Die großer Beliebtheit erfreuten. Alle Präsidenten der anderen Regionen kamen zu uns, um sie zu probieren, und gratulierten uns zu unseren Medaillen. Dies zeigt, dass wir im Vergleich mit unseren französischen Kollegen gut abschneiden.

Und wie bewerten Sie luxemburgische Crémants – und nicht nur Ihre eigenen – verglichen mit französischen?

Wir haben das Glück, großartige Terroirs für die Pinots zu haben, und oft werden die besten Crémants aus dieser Rebsorte hergestellt. Selbst das Elsass kann uns, obwohl es Ähnlichkeiten zu Luxemburg gibt, nicht kopieren. Aufgrund der globalen Erwärmung können sie keine Crémants mehr produzieren, die so frisch und fruchtig sind wie unsere.

Crémant ist extrem wichtig für die Domaines Vinsmoselle. Inwiefern?

An der Mosel werden rund drei Millionen Flaschen produziert, Poll-Fabaire macht etwa die Hälfte aus. Dies entspricht einem großen Teil unseres Produktionsvolumens und einem Viertel unseres Umsatzes. Wir produzieren jedes Jahr die gleiche Menge an Flaschen. Oder anders ausgedrückt: Im Fall einer schlechten Lese nehmen wir unseren Stillweinbestand und stellen Crémant daraus her. Der Markt ist vielversprechend und Crémant ist unsere Priorität.

Jeder will seinen Wein in Luxemburg verkaufen, einem Land mit hoher Kaufkraft

Ab 1991, als die Appellation „Crémant de Luxembourg“ geschaffen wurde, ist der Umsatz rasant gestiegen. Doch scheint der Markt in den letzten Jahren zu stagnieren. Beunruhigt Sie das?

Wir müssen Neuerungen einführen. Etwas, das wir schon immer getan haben! Das Wachstum ist nicht mehr dasselbe wie noch vor zehn Jahren, aber ein noch nicht erschlossener Markt musste entwickelt werden und wir stoßen auf luxemburgischem Gebiet ohne Zweifel an eine gewisse Grenze. Allerdings glaube ich, dass Luxemburg noch Raum zum Wachsen bietet, insbesondere durch das Ansprechen ausländischer Mitbürger. Jetzt ist es zweifellos an der Zeit, neue ausländische Absatzmärkte zu finden.

Könnte Vinsmoselle noch mehr Crémant herstellen?

Ja, die Grundweine sind da und auch die nötige Infrastruktur. In Die, während der Hauptversammlung der Produktionsregionen, wurde bestätigt, dass zurzeit ein wahrer Hype um Schaumwein herrscht. Wenn ein neuer Markt entsteht, werden wir die Möglichkeit haben, ihn zu beliefern. Momentan exportieren wir nach Belgien, ein wenig nach Deutschland und nur ganz wenig nach Frankreich. Wir erschließen gerade das Vereinigte Königreich, Finnland und die USA. Es gibt einige interessante Rückmeldungen: Wir drehen nicht Däumchen!

Manchmal hat man den Eindruck, dass sich einige Verbraucher schwertun, sich von Crémants überzeugen zu lassen …

Ich glaube eher, dass viele ihn nicht wirklich kennen. Auch manche Luxemburger bevorzugen teurere Flaschen … Aber auch wir trinken Champagner! Wir müssen auf allen Ebenen Überzeugungsarbeit leisten. Immer und immer wieder. Vor allem dürfen wir nicht glauben, dass alles gut läuft und dass der Deal für immer gewonnen ist. Jeder will seinen Wein in Luxemburg verkaufen, einem Land mit hoher Kaufkraft: Wir wissen, dass der Wettbewerbsdruck groß ist. Wir können jedoch zuversichtlich sein. Die Mosel leistet wirklich tolle Arbeit, unsere Weine sind gut: Wir halten also alle Trümpfe in der Hand!

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