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Cep d'Or Tyvel DuPont de Nemours Luxembourg étiquettes

Hightech-Etiketten made in Luxembourg

Innovation – die Moselweinregion weiß, wie es geht. Und zwar in allen Bereichen. Der Beweis sind die neuen Etiketten des Crémant „Signature“ der Domaine Cep d’Or (Hëttermillen). Sie sind aus Tyvek®, einem Hightech-Material von DuPont de Nemours in Contern.

Papieretiketten? Sehr klassisch und sie blieben nicht immer sehr gut an den Flaschen des Crémant „Signature“, dem High-End-Produkt von Cep d’Or, haften. Die sehr abgerundete Form am unteren Ende (Typ Prosecco) bietet nicht viel Platz für das Etikett und so ließen sich beim Anbringen der Etiketten unansehnliche Falten oftmals nicht vermeiden. Für ein Erzeugnis, das als das Maß aller Dinge dieses Weinguts gilt, war dies nicht hinnehmbar. Aber Jean-Marie Vesque – der Winzer – hat Abhilfe geschaffen.

Eigentlich ist es die perfekte Lösung, die an seine Tür klopfte: in der Person von Kris D’Exelle, Sales Manager beim amerikanischen Unternehmen DuPont de Nemours, das seinen Sitz seit 1962 in Contern hat. Das Credo des Fußballspielers, der Anfang 2010 beim RFCU Luxembourg (erste luxemburgische Liga) spielte, ist es, neue Verwendungsmöglichkeiten für Tyvek® zu finden, ein mehr als fünfzig Jahre altes Material, das seit 1988 in Contern produziert wird und nicht nur ausgesprochen vielseitig ist, sondern auch auf ungeahnte Weise einsetzbar. „Das Produkt ist nicht neu, aber wir finden immer wieder neue Anwendungen dafür“, lächelt er.

2017 hatte Kris D’Exelle eine Eingebung: „Da man auf Tyvek® fast alles drucken kann, was man will, und dank seiner Wasserfestigkeit, dachte ich, es wäre vielleicht interessant, Etiketten für Flaschen herzustellen, die in einem Eiskübel gekühlt werden müssen“, erklärt er. „Das war meine Ice Bucket Challenge!“

„Die ungewöhnliche Textur und Haptik sind sehr interessant, um einen Wein der Spitzenklasse wiederzuerkennen.“

Der junge Mann, der in diesem Jahr 30 wird, kennt den kalifornischen Etikettenhersteller Avery Dennison, der bereits einen Spezialkleber für Tyvek® herstellt und seinen Sitz in Rodange hat, gut. Allerdings versteht er nicht viel von Wein und noch viel weniger von den besonderen Erfordernissen der Winzer in diesem Bereich. Aber die Mosel ist nicht weit von Contern entfernt: „Einer meiner Freunde ist mit Jean-Marie Vesque bekannt, so bin ich mit ihm in Kontakt gekommen“, betont er. Eine super Idee: Beim Winzer aus Hëttermillen, der sich gerade eine neue Corporate Identity zugelegt hat, rennt er offene Türen ein. „Er führte mich durch seine Kellerei, erklärte mir seine Arbeit und erzählte, was er von einem Etikett erwartet“, erinnert sich Kris D’Exelle.

Jean-Marie Vesque riet ihm auch, sich an seine Druckerei, die deutsche Vollherbstdruck (mit Sitz in Endingen bei Freiburg im Breisgau), zu wenden, die kürzlich bei den neuen Etiketten viel Kreativität bewiesen hat. Sehr interessiert an diesem ihm bislang unbekannten Material, erklärte er sich einverstanden, eine Reihe Tests durchzuführen. „Sie überzeugten dermaßen, dass wir einen Test im industriellen Stil unter reellen Bedingungen starteten“, so Kris D’Exelle. Alle Parteien sind mit dem Test einverstanden, und angesichts dieses Erfolgs entschied sich Avery Dennison, Tyvek® in sein Produktsortiment aufzunehmen.

Im ersten Jahr wurden 10.000 m² Tyvek®-Etiketten produziert. Der Erste, der sie verwendet, ist ein südafrikanischer Gin-Hersteller. Im vergangenen Jahr wurde diese Zahl verfünffacht und 2019 werden wahrscheinlich 100.000 m² produziert werden. Ein toller Zuwachs!

Im Großherzogtum ist es nur logisch, dass Jean-Marie Vesque – als Initiator der Geschichte – der Erste ist, der auf Tyvek® setzt. „Nach mehreren wenig überzeugenden Tests, auch mit hochwertigerem Papier, haben wir Tyvek® auf dem Crémant ‘Signature’ getestet und ich bin sehr froh darüber!“, lächelt der Winzer. „Die ungewöhnliche Textur und Haptik sind sehr interessant, um einen Wein der Spitzenklasse wiederzuerkennen. Und ich mag es, ein Produkt zu verwenden, das in der Nähe des Weinbergs hergestellt wird.“

Die Ice Bucket Challenge ist gelungen!

Ein Material mit Tausenden Verwendungsmöglichkeiten

Tyvek® wurde 1967 von DuPont de Nemours erfunden und vermarktet. Dieses Material wird nach einem einzigartigen Verfahren aus zufällig abgelegten Feinstfilamenten aus Polyethylen hoher Dichte (PE-HD) hergestellt. Es ist reißfest, leicht, wasserabweisend, aber atmungsaktiv und wirkt antibakteriell. Diese Eigenschaften bieten viele Einsatzmöglichkeiten. Es wird insbesondere als Verpackungsmaterial für Sterilgut oder zur Fertigung von Schutzanzügen verwendet. Tyvek® kann auch zum Schutz von Gebäudedächern, Neuwagen bzw. zum Verpacken und Schützen von Waren eingesetzt werden.

Eine der größten Herausforderungen von DuPont de Nemours besteht darin, neue Verwendungsmöglichkeiten für ein Material zu finden, das zwar mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist, für das es aber kein entsprechendes Gegenstück gibt. Die Design- und Grafikkomponente unter der Leitung von Kris D’Exelle ist eine wichtige Quelle für neue Anwendungen. So werden beispielsweise viele Startnummern für Sportveranstaltungen (z. B. beim ING Luxembourg Marathon) auf Tyvek® gedruckt. Oder auch reißfeste Armbänder, die von Besuchern bei Veranstaltungen getragen werden. „Wir hören immer auf die Designer, wenn sie neue Ideen haben“, schwärmt Kris D’Exelle. „So werden beispielsweise Bekleidung, Uhren, Geldbörsen, Umschläge oder auch Playmobil-Spielmatten bereits aus Tyvek® gefertigt. Flaschenetiketten sind eines der neuesten Schwerpunktthemen, aber es ist sehr vielversprechend.“

Es wird an zwei Standorten produziert: Richmond (Virginia/USA) und Contern. Der amerikanische Hauptsitz verfügt über vier Produktionslinien und das Großherzogtum über zwei. Bald kommt eine dritte hinzu, die 2021 in Betrieb gehen wird – eine Investition von 340 Millionen Euro.

 

Das DuPont-Logo, DuPont™ und Tyvek® sind Marken oder eingetragene Marken von DuPont und seinen Tochtergesellschaften. ©2019. DuPont. Alle Rechte vorbehalten.

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