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Krier Frères: Geduld! Die Crémants reifen!

Die Perlen des Weinguts Krier Frères in Remich genießen nicht umsonst einen guten Ruf. Einer der Gründe für den Erfolg ist die Geduld von Chef Marc Krier und Kellermeister Arno Bauer. Keiner ihrer Crémants gelangt auf den Markt, ohne vorher mindestens 18 Monate auf der Hefe – also doppelt so lange wie die gesetzliche Mindestdauer – zu reifen. Und bei einigen Jahrgängen kann es noch viel, viel länger dauern!

Crémant ist der Geniestreich der Mosel. Allein die Schaffung der kontrollierten Ursprungsbezeichnung „Crémant de Luxembourg“ im Jahr 1991 löste eine neue Dynamik im luxemburgischen Weinbau aus. Die Luxemburger entwickelten schnell eine Begeisterung für diese Bläschen – produziert im Rahmen strenger gesetzlicher Vorschriften, vergleichbar mit denen in der Champagne. Nur so entstehen die besten Mosel-Crémants.

Vor 28 Jahren gehörten die im Herzen von Remich gelegenen Caves Krier Frères zu den Pionieren der neuen Appellation. Das Weingut wurde 1914 gegründet, in einem für die Region besonders schwierigen Jahr. „Ich habe keine historische Erklärung“, gibt Marc zu. „Ich weiß nur, dass unsere Familie bereits seit längerer Zeit in diesem Bereich tätig war. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die Kellerei offiziell gegründet wurde, als mein Urgroßvater seinen zehn Kindern die Nachfolge übergab.“

Heute wird das Unternehmen in vierter Generation von Marc und seiner Schwester Michèle geleitet. Sie besitzen fünf Hektar Rebflächen. Hinzu kommen Trauben von etwa fünfzehn weiteren Hektar, die von Winzern unter Vertrag stammen – „manche seit mehreren Generationen“. Die Reben im Besitz der Familie sind nicht für eine bestimmte Produktionsart reserviert, sie können für Schaumweine und Crémants, aber auch für stille Weine verwendet werden. „Arno (Bauer) entscheidet je nach Jahrgang.“

Die Lagerzeit auf der Hefe – „eine ganz wesentliche Entwicklungsetappe“

Aber zurück zu den Bläschen. Heute sind sie das Aushängeschild des Unternehmens und machen etwa 40 % der Produktion aus. „Bereits 1989 arbeiteten wir bei der Herstellung unserer Spitzenschaumweine nach traditioneller Methode, ähnlich wie bei den zukünftigen Crémants“, erklärt Marc. Ertragsbegrenzung, eine zweite Flaschengärung (prise de mousse): Schon bei der ersten „Cuvée Saint Cunibert“ lag die Latte sehr hoch.

Ein Merkmal zeichnet diesen Ansatz besonders aus: die Lagerdauer auf der Hefe, „für uns eine ganz wesentliche Entwicklungsetappe“, betont er. Während der Tirage (Flaschenabfüllung) fügt der Kellermeister eine kleine Menge Tiragelikör hinzu, der die zweite Gärung und das Moussieren einleitet. Die Hefen vermehren sich in den in einem dunklen Raum bei konstanter Temperatur lagernden Flaschen und „essen“ den Zucker. Sobald ihre Arbeit beendet ist, sterben sie und zerfallen, was als Autolyse bezeichnet wird. Diese Auflösung der Hefezellen setzt Aromastoffe frei, die sich positiv auf den Geschmack auswirken und dem Wein mehr Tiefe verleihen. Gleichzeitig werden die anfänglich großen Perlen allmählich feiner und der Crémant gewinnt an raffinierter Eleganz.

Als die neue Ursprungsbezeichnung „Crémant de Luxembourg“ zwei Jahre später – 1991 – ins Leben gerufen wurde, war es aufgrund dieses Know-hows nur logisch, nach den entsprechenden Vorgaben zu arbeiten. „Wir gehörten zu den ersten fünf Weingütern, die Crémant unter diesem neuen Namen herstellten“, erinnert sich Marc. Damit die Kunden sich zurechtfinden, wurde der Name „Cuvée Saint Cunibert“, seit den 1980er-Jahren der Premium-Schaumwein des Hauses, auf den Crémant übertragen. Die Kundenresonanz ist positiv: „Auch wenn wir damals eher für unsere klassischen Grand Premier Crus besser bekannt waren, stellte sich der Erfolg sehr schnell ein und wurde jedes Jahr größer.“

Suprême-Ausnahmejahrgänge – ein zehn Jahre alter Wein

Heute lagern die Crémants mindestens 18 Monate auf der Hefe. Doppelt so lange, für „Crémant de Luxembourg“ eigentlich verlangt. „Aber wir warten oft noch länger“, so Marc. „Beispielsweise wurde die aktuelle Cuvée Saint Cunibert mit Trauben hergestellt, die 2015 gelesen wurden.“ Demnach könnte ihr sogar das Label „Crémant millésimé“ verliehen werden, für das ein Wein mindestens 36 Monate auf der Hefe lagern muss. „Dies entspricht nicht unserer Politik. Saint Cunibert wird ein trockener Crémant ohne Jahrgang bleiben“, unterstreicht Marc. „Was diese Kriterien angeht, erfüllte schon der Schaumwein Saint Cunibert diese Anforderungen (Anm. der Red.: von 1980 bis 1991).“

Für Liebhaber im Keller gereifter Crémants gibt es noch zwei weitere Flaschen: der Jahrgangscrémant „Cuvée millésimée“, der nur dann hergestellt wird, wenn die Lesequalität stimmt. Derzeit ist der kraftvolle Jahrgang 2014 erhältlich.

Und schließlich das sehr außergewöhnliche, in nur kleinen Mengen hergestellte Produkt: die Cuvée Suprême, aus Weinen von … 2009! „Ein Crémant, der nicht unserem traditionellen Sortiment entspricht. Eine ganz besondere Flasche“, so der begeisterte Marc. Er entstand 2014 anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Weinguts, als der Winzer und sein Kellermeister Arno Bauer den Jahrgangscrémant 2008 schufen. „Er war ein großer Erfolg. Einige unserer anspruchsvolleren Kunden fanden ihn sehr gut und so entschieden wir, erneut einige Flaschen herzustellen“, sagt Marc. Zur Hälfte aus Chardonnay bestehend, sowie aus Pinot blanc, Pinot gris und etwas Riesling, ist er für einen luxemburgischen Crémant trotz seines hohen Alters überraschend frisch. Er sollte um seiner selbst willen getrunken werden. Man muss sich Zeit nehmen, ihn zu genießen und alle seine Feinheiten zu entdecken.

 

Eiswein und Rotwein: weitere Neuheiten

Die Kellerei Krier Frères ist bekannt dafür, gerne Neuland zur erschließen. Sie war eine der ersten, die die Appellation „Crémant de Luxembourg“ für sich entdeckte, hat aber auch noch andere Neuheiten zu bieten: 1994 vermarktete sie den ersten Eiswein aus Luxemburg. Ein Jahr später vinifizierten Marc und Michèle Krier den ersten Rotwein des Landes, die „Cuvée Rubis“ (100 % Pinot noir), die noch heute erhältlich ist.

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